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Anwendungen & Praxis 02.03.26

Zennio RemoteBOX ZSYRBOX als ETS-basierte KNX Remote-Lösung

Die Zennio RemoteBOX ZSYRBOX ermöglicht den KNX Fernzugriff ohne separate Visualisierungssoftware. Die Projektierung erfolgt vollständig in der ETS und reduziert Engineering- sowie Systemaufwand.

Fernzugriff im KNX Projektkontext

Der Bedarf an Fernzugriff auf KNX Installationen ist heute in nahezu jedem Projekt gegeben. Bauherren erwarten die Bedienung ihrer Anlage von unterwegs, Betreiber wünschen Transparenz über den Anlagenzustand, und Systemintegratoren benötigen einen gesicherten Zugriff für Service und Diagnose. In vielen Fällen wird dafür ein Visualisierungsserver vorgesehen. Diese Systeme bieten umfangreiche Möglichkeiten, erfordern jedoch eine eigene Projektierungsumgebung, zusätzliche Softwarekenntnisse und eine entsprechende Hardwareinfrastruktur.

Gerade bei kleineren und mittleren Projekten stellt sich daher die Frage, ob der funktionale und wirtschaftliche Aufwand einer klassischen KNX Visualisierung immer gerechtfertigt ist. Nicht jede Anlage benötigt individuell gestaltete Benutzeroberflächen, komplexe Logikfunktionen oder eine serverbasierte Architektur mit mehreren Benutzerebenen.

Konsequente Projektierung in der ETS

Die Zennio RemoteBOX ZSYRBOX verfolgt einen bewusst reduzierten Ansatz. Sie ermöglicht den Fernzugriff über die Plattform Zennio Remote, ohne eine zusätzliche Visualisierungssoftware einzuführen. Die gesamte Konfiguration erfolgt innerhalb der ETS. Kommunikationsobjekte werden wie gewohnt parametriert und den gewünschten Steuerungen zugeordnet. Eine doppelte Datenpflege oder die Synchronisation zwischen verschiedenen Projektdateien entfällt.

Für Integratoren bedeutet dies eine direkte Integration in bestehende Arbeitsprozesse. Es ist keine Schulung auf ein separates Visualisierungstool erforderlich, und die Systemarchitektur bleibt klar strukturiert. Die RemoteBOX verwaltet im Standard bis zu 100 Steuerungen, die auf maximal 12 frei konfigurierbare Seiten verteilt werden können. Damit lässt sich eine typische Wohnbauinstallation oder ein kleineres Gewerbeobjekt übersichtlich abbilden.

Die Reduktion auf die ETS als zentrale Projektierungsplattform minimiert Schnittstellen und potenzielle Fehlerquellen. Änderungen in der KNX Struktur lassen sich ohne Umwege anpassen, was insbesondere in der Inbetriebnahmephase und bei späteren Erweiterungen Vorteile bietet.

Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit

Ein wesentlicher Aspekt ist die wirtschaftliche Betrachtung. Der Verzicht auf einen separaten Visualisierungsserver reduziert nicht nur Hardwarekosten, sondern auch Engineering- und Inbetriebnahmeaufwand. Projektzeiten bleiben überschaubar, und die Lösung lässt sich klar kalkulieren. Für Integratoren bedeutet dies eine transparente Angebotsstruktur ohne zusätzliche Softwarelizenzen oder komplexe Serverkonfigurationen.

Gleichzeitig bleibt das System skalierbar. Über optionale Lizenzen können bis zu 80 zusätzliche Steuerungen freigeschaltet werden. Ebenso ist eine Erweiterung um Sprachsteuerung über ZenVoice möglich. Diese modulare Struktur erlaubt eine projektbezogene Anpassung, ohne die Grundarchitektur zu verändern.

Die RemoteBOX eignet sich insbesondere für Einfamilienhäuser, kleinere Gewerbeeinheiten oder Bestandsanlagen, in denen ein strukturierter Fernzugriff gefordert ist, jedoch keine individuell gestaltete Visualisierung mit umfangreicher Logik-Engine benötigt wird. Für komplexe Grossprojekte mit detaillierten Visualisierungskonzepten bleibt ein dedizierter Visualisierungsserver die passende Lösung. Die RemoteBOX schliesst hingegen die Lücke zwischen reinem KNX Projekt und vollwertigem Visualisierungssystem.

Technische Einordnung

Das Gerät ist für die Montage auf der Hutschiene ausgelegt und belegt 2 Teilungseinheiten. Die Anbindung erfolgt über eine Ethernet-Schnittstelle RJ45 mit 10/100 Mbit/s. Die Spannungsversorgung wird extern mit 24–29 VDC realisiert. Eine integrierte KNX BCU (TP1) sowie die Unterstützung von KNX Data Secure ermöglichen die Einbindung in bestehende KNX Architekturen unter Berücksichtigung aktueller Sicherheitsanforderungen. Zusätzlich stehen 10 Logikfunktionen zur Verfügung, um einfache Verknüpfungen direkt im Gerät abzubilden.

Eine funktionsbezogene Demo der Benutzeroberfläche ist unter folgendem Link abrufbar:
Zennio RemoteBOX Demo öffnen

Geschrieben von:
Daniel Studhalter
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